Als ich in die Schule kam, waren Zahlen, Wochentage und Monate für mich ganz selbstverständlich bunt. Der Montag war blaugrau und Dienstag Feuerrot. Und das hat sich nie geändert.

Beim Rechnen wurde das mit den Farben dann jedoch zum Hindernis. Ziehen sie mal Hellgelb von Orange ab. Das geht, aber das Ergebnis entspricht nicht dem, was der Mathelehrer erwartet. Obendrein begann ich Zahlen, die ähnliche Farben hatten manchmal durcheinanderzubringen. So ein bisschen schwankte es, je nach Tagesform. Also ich konnte meine Fehler dann schon nachvollziehen. „Aber erklär das mal dem Mathelehrer!“ Das hab ich lieber gelassen, habe mich sehr angestrengt die Farben zu ignorieren und war, nicht nur wegen der Farben immer eher schlecht in Mathe. Geometrie katapultierte meine Mathenoten dann immer in diskutable Regionen. Aber da störten auch keine unsichtbaren Farben.

Erst Jahrzehnte später, als ich mich mit den Hebräischen Buchstaben und ihren Bedeutungszuordnungen beschäftigte, merkte ich, dass die Zahlen und Farben, die dort den Buchstaben zugeordnet wurden, mit meiner Farbbelegung übereinstimmten. Das mochte noch Zufall sein. Etwas später merkte ich, dass auch die Farben der Planeten mit den Farben meiner Wochentage übereinstimmten. Denn die Wochentage haben ja planetare Entsprechungen. Sonntag, Montag … Und das fand ich dann nicht mehr so zufällig. Erklären kann ich es aber nicht überzeugend.

Diese Beobachtung stellte mich dann aber schon vor die Frage: Sind Zahlen ein Produkt unseres Geistes? Oder waren sie schon vor uns da und sind einfach Gegenstand unserer forschenden Tätigkeit? Haben sie allgemeingültige Qualitäten, die es eher zu entdecken gilt? Ist nicht vielleicht Mathematik ewiger Geist, der sich unter anderem im menschlichen Geist widerspiegelt?

 »Wie ist es möglich, dass die Mathematik, letztlich doch ein Produkt menschlichen Denkens, unabhängig von der Erfahrung, den wirklichen Gegebenheiten so wunderbar entspricht?« Albert Einstein

Auf der Jagd nach immer größeren Primzahlen, dringen Mathematiker in, für den Geist eines Menschen, immer unfassbarere Größenordnungen vor. Erschaffen sie diese Zahlen erst mit ihrem Geist (mit Hilfe des Computers)? Oder dringen sie einfach vor in etwas, das schon längst existiert (ex sistere = hervortreten, heraustreten) bevor unsere physische Realität in Erscheinung trat?

Die Inder sagen „Nada Brama“ die Welt ist Klang. Das Johannes Evangelium beginnt mit „Am Anfang war das Wort“ und der Koran beginnt mit „Im Namen“. Es beginnt mit Klang, Schwingung, Frequenz. Der gesamte Kosmos (gr. Ordnung aber auch Schmuck, Glanz, Ehre) ist demnach aus Klang, aus „Ton“ gemacht. Aus Akkorden, also Proportionen, die sich in der gesamten erschaffenen Welt wieder finden. Auch Farben sind ja Schwingungen. Jede Farbe hat einen Frequenzbereich. Zahlen vielleicht auch?

Hätten die Menschen Zahlen und die Gleichungen und Proportionen erfunden, wie erklärt sich dann, dass jeder Schmetterlingsflügel, jedes Schneckenhaus nach mathematischen Gesetzen aufgebaut ist?

Qualität versus Quantität

Zahlen spielen mit ihrer exakten Beschreibung quantitativer Zusammenhänge eine wichtige Rolle in unserer naturwissenschaftlich geprägten Gesellschaft. Die Wissenschaft hat Jahrhunderte gebraucht um sich klar von der Religion abzugrenzen und tut sich verständlicherweise auch heute noch schwer. Das prägt unsere Gesellschaft und es kostet den einzelnen Mut und Kraft gegen diesen Strom anzuschwimmen und die Anwesenheit einer höheren Intelligenz, eines Logos (gr. Wort aber auch Sprechen, Lehrsatz, Verhältnis, Vernunft) anzunehmen. Also nehmen wir die Zahlen halt zum Zählen her und den Rest überlassen wir den Superhirnen an den Universitäten und Instituten. Die symbolische Qualität der Zahlen bleibt uns meist verborgen.

»Die Zahl ist das Wesen aller Dinge« Pythagoras

Interessanterweise finden sich in Religionen, in Volksmärchen und Erzählungen aller Kulturen Zahlen. In Märchen: Die drei Brüder, die sieben Zwerge, die zwölf Jäger. Genau diese drei Zahlen begegnen uns auch als die Anzahl von Archetypen: Die drei Elemente (Feuer, Wasser, Luft) die sieben alten Planeten (Sonne, Mond, Venus, Mars, Jupiter, Merkur, Saturn) und die zwölf Tierkreiszeichen. Und nun komme ich schon wieder zum hebräischen Alphabet zurück. Dort werden die 22 Buchstaben in drei Mutterbuchstaben, sieben Doppelte und 12 Einfache aufgeteilt. Die drei Mütter entsprechen den drei Elementen, die sieben Doppelten den Planeten und die 12 Einfachen? Na, Sie können es sich schon denken: Widder, Löwe, Stier und Co.

Ihnen fallen sicher noch viele Entsprechungen ein: 3 Grundfarben, 7 Regenbogenfarben oder Grundtöne, 12 gleich große Kugel passen um eine gleich große Kugel in der Mitte …