Harmonia ist nach der griechischen Mythologie die Göttin der Eintracht. Sie ist die Tochter des Kriegsgottes Ares und Aphrodite, der Göttin der Schönheit. Das gibt einen ersten Eindruck über die interessante Aufgabe des 4. Strahls.

Der 4. Strahl befindet sich genau in der Mitte zwischen der göttlichen Triade der ersten drei Strahlen und deren drei Spiegelbildern in der materiellen Welt. Dies bringt ihn immer wieder in Konflikt, sieht er doch die Schönheit der göttlichen Absicht und leidet unter den oft so mangelhaften, hässlichen Erscheinungsformen in der Materie. Das ist auch ein Grund, warum so viele Künstler mit Ihren Werken auf diese Mängel aufmerksam machen. Schiller zum Beispiel gelang es, mit pathetischen Worten, gesellschaftlichen Missständen durch die Schönheit der Sprache eine Ästhetik abzugewinnen und sie somit in höhere geistige Sphären zu führen. 

Menschen, die von diesem Strahl gelenkt werden, haben sich bereits durch die unteren Dimensionen der Materie,  der Emotionen und des Denkens durchgearbeitet und leben in der Welt der Intuition. Das macht ihnen das Leben oft nicht so einfach, schweben sie doch zwischen den Welten. Der Archetyp des Künstlers ist ein etwas weltfremder Asket, der sich nur unter Menschen begibt, um der Präsentation seines Werkes beizuwohnen. Die meiste Zeit schwebt er in den luftigen Sphären der Musen. Die Menschen halten ihn für versponnen, freuen sich aber über sein Werk, das er als Ergebnis eines schweren Ringens präsentiert, da es dem Publikum für einen Moment den Blick auf die Größe Gottes ermöglicht. Der Künstler, der diese schauen durfte, ist jedoch unglücklich darüber, wie wenig sein Werk dem Vergleich mit der Quelle standhält. Mit seinem Werk erfüllt er die Absicht des Strahls, den Menschen wieder mit Gott zu vereinen. 

Da der 4. Strahl auch das gesamte Naturreich der Menschen durchflutet, ist jeder Mensch in seiner Anlage ein Künstler, der auf irgendeine Weise bemüht ist, die physische Welt zu verschönern und in einen Zustand ursprünglicher Harmonie und Schönheit zu heben. Dieser Strahl wirkt unter anderem auch auf das Pflanzenreich und bringt dort die anmutige Eleganz der Formen und das harmonische Zusammenspiel der Farben zustande. Nicht ohne Grund stellen wir uns das Paradies als Garten vor.

Die Farbe Orange spiegelt die Qualität des inneren Konflikts gut wider. Orange ist in konzentrierter Ausprägung die lauteste der Farben. Sie macht auf sich aufmerksam und scheidet die Geister. Es gibt Menschen die Orange lieben und solche die diese Farbe vehement ablehnen. Als Mischfarbe bedient sie sich der aktiven Kraft des Rots und verbindet diese mit der Kommunikationsfreudigkeit des Gelbs. Und das bringt einen lauten Gesellen hervor, den wir aus der Werbung allzu gut kennen. Interessanterweise wird Orange, je heller es wird, immer angenehmer und als „Apricot“ versetzt es uns in einen wohltuend harmonischen Zustand. Kosmetikinstitute, Wellness Orte und Restaurants nutzen die Palette der helleren Orange- bis Beigetöne gerne für die Gestaltung ihrer Räume und ihrer Werbung. Diese Eigenschaft korrespondiert mit der Wirkung des 4. Strahls. In den niedrigeren Welten der Materie, Emotionen und Gedanken ruft dieser Strahl Konflikte und innere Kämpfe hervor. Mit zunehmendem Licht jedoch kann dann die der Dualität innewohnende Schönheit und Harmonie erkannt und zum Ausdruck gebracht werden.